DZC: Ich armer Tor

Wer es noch nicht getan hat, der lese bitte zuerst die zu diesem „Tagebuch“ gehörende Einleitung.

Da steh ich nun an der Kühltheke und die anwesenden Miteinkäufer sind eher erstaunt, dass da gerade jemand in der Kühlung verschwunden ist, als dass es ein Zwerg war, der da verschwand. Nun gut, man gewöhnt sich schnell an vieles. Je länger die Abwesenheit des waffenschwingenden Randalezentners dauert, desto mehr Blicke wandern wieder zurück zu mir. Oh, scheiße, lass Dir was einfallen, und zwar möglichst jetzt und hier…

„Haben Sie Aufbackbrötchen?“ frage ich den verdutzten Filialleiter. „Diese Knack&Back-Dinger? Aufploppen, ausrollen, zurechtschneiden, backen, Plauze vollhauen, Magenschmerzen kriegen, weil man’s zu schnell gegessen hat? Diese Dinger?“ Mit offenem Mund schaut er mich an. Kein Wunder. Ich weiß nämlich, dass Sie die Dinger nicht mehr haben. Habe schon letzte Woche danach gefragt.
„Nein, äääh, nein, aus dem Sortiment raus.“ Siegesgewiß setze ich zu meinem finalen Knockout an. „Das ist jetzt aber blöd. Wir bekommen gleich Gäste und die mögen die Dinger doch so gern. Dann muß ich noch schnell nach P..s, R.w., L.d. oder so, hoffentlich haben die das noch. Trotzdem danke.“
Ich bin aus der Tür raus, ehe irgendjemand meinen sensationellen Schachzug wirklich begriffen hat und mache mich – ohne Knöllchen – auf den Weg nach Hause.

Wer sitzt in unserem Wohnzimmer und pult sich gerade den Dreck aus den Stiefeln? Genau… „Ich hab Dir noch gar nicht von meiner neuen Wohnungserweiterung erzählt.“
„Doch, sage ich. Ein Durchbruch in unsere Wohnung.“
„Quatsch, das war gestern. Ich hab heut nacht den unterirdischen Gang zum Altenheim ein wenig erweitert. Der lokale A.di ist ja jetzt nicht sooo weit weg und da hab ich mir gedacht, wenn ich nachts mal ein wenig Hunger bekomme, bin ich da ja direkt an der Quelle.“
„Bezahlst Du denn wenigstens, so wie es sich gehört?“ höre ich mich fragen. „Ich bitte Dich, Ehrensache,“ sagt der Zwerg. „Ich hab mir natürlich vorher Deine EC-Karte geholt und dort liegen lassen mit einem Zettel: „Alles, was fehlt, bitte auf dieser Karte abbuchen.“

Jetzt isses soweit, jetzt ist er fällig. Ich brech ihn in der Mitte durch.
Mit doppeltem Gewicht und doppelter Größe (verglichen mit dem Zwerg) mache ich unrasiert schon was her. Er wirkt aber in keinster Weise eingeschüchtert, als ich laut fluchend auf ihn zugehe. „Sag mal, haben die diese Knack&Back-Dinger eigentlich gar nicht mehr?“
„Nein“, sage ich, „aus dem Sortiment rausgenommen.“

Weiter zum nächsten Teil: Das Interview

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3 Antworten zu DZC: Ich armer Tor

  1. Herr Olsen sagt:

    „Waffenschwingender Randalezentner“.
    Eine bessere Umschreibung hab ich selbst bei Prachett noch nicht gelesen.
    Weiter so!

  2. Loschi sagt:

    Das ist wirklich super. Bisher immer Pippi im Auge.

  3. rs sagt:

    @Herr Olsen: Das geht runter wie das Öl vom scheelen Heinz. 😉
    @Loschi: Und noch so ein Ritterschlag. Ich sollte auf dem Höhepunkt der Karriere aufhören.

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