Grüße von Mrs. Roseline Coleman

Wieder einmal erreicht mich eine Mail mit der verzweifelten Bitte, Geld loswerden zu dürfen. Und zwar an mich. Aber der Reihe nach:

Hallo liebe undisclosed recipients,

Mädel, entweder ich alleine oder gar nicht. Willst Dir wohl ein paar andere noch warmhalten. Brauchste nicht, ich bin doch da, ich nehm Dein Geld.

Grüße! Ich bin MRS. Roseline COLEMAN, ich bin 52 Jahre alt, aus Holland, aber jetzt ein Citizen of the Great Britain, wie ich hier für einige Jahre gelebt habe

MRS. Roseline Coleman, sorry, COLEMAN, ist Holländerin, aber jetzt Britin. Für deutsche Fussballfans in etwa das gleiche Übel.

bin ich litt lange Zeit Krebserkrankungen der Lunge was auch Auswirkungen auf mein Gehirn.

Man gestehe mir die bösen Worte zu, aber diese Flanke muss man doch einfach aufnehmen. „Was auch Auswirkungen auf mein Gehirn“. Ich merk schon. Die Auswirkungen bestehen u.a. darin, dass MRS. C keine Sätze zu Ende. 😉

Ich war im Haus ein Baby

Und in da hood war sie die krasseste Chick on the block, yOOOOO!

ohne Mutter erzogen, lernte mein verstorbener Mann vor zwanzig Jahren ohne ein Kind verheiratet.

Den ersten Teil des Satzes kann ich nachvollziehen. Der zweite Teil bereitet mir noch immer arge Schmerzen in dem Teil meines Hirns, der verstehen will, aber nicht kann.

Mein Mann starb bei einem Autounfall tödlich.

Mein Beileid hinsichtlich des tödlichen Sterbens. Das hat ihr Mann super hinbekommen. Was wäre nur passiert, wenn ihr Mann nicht tödlich, sondern nur leicht verletzt oder gar unversehrt gestorben wäre? Sie können stolz sein auf ihren Mann. Der macht keine halben Sachen.

Vor seinem Tod hat er eine Anzahlung in Höhe von USD 13,5 Millionen Dollar in einer Bank als kurzfristige Kaution für wohltätige Zwecke in Ihrem Land,

Mädel, da fehlt schon wieder eines dieser Tu-Worte. Deponiert? Hinterlegt? Auf meinen Namen am Tresen zurückgelassen? Wir werden es nicht erfahren. Schließlich ist er ja -siehe oben- tödlich gestorben, der arme Kerl. Nicht minder sympathisch macht ihn die Tatsache, dass er mich persönlich als wohltätigen Zweck ansieht.

da ich jetzt bin krank und kann nichts tun,

Gerade wenn man krank ist, hat man doch Zeit. Sag dem wohltätigen Zweck, wo Du bist und wir werden WOHL eine Menge Ausgaben gemeinsam TÄTIGEN können.

habe ich beschlossen, mit Ihnen Kontakt aufnehmen zu meinem Vertreter Anspruch der Fonds von meiner Bank und nutzen es für die Liebe in Ihrem Land.

Jawoll, das werd ich tun. Unmittelbar, nachdem ich herausgefunden habe, was ich tun soll. Und warum. Und nicht zuletzt wie.

Um wieder zu mir, wenn du so daran interessiert, dass ich Ihnen mit weiteren Informationen füttern können.

Tu-Wort *hust* . Na klar bin ich „so daran interessiert“. Fütter mal weiter!

Bitte fragen Sie nach den Gründen der Vertraulichkeit, möchte ich Sie in diesem Brief an meine persönliche E-Mail-Adresse antworten, wo ich noch mehr Vertrauen; roselinecoleman@gmail.com

Ich sags keinem weiter, Ehrenwort.

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2 Responses to Grüße von Mrs. Roseline Coleman

  1. Mike sagt:

    @Oppa:
    Hast du mal versucht diese E-Mail mit dem Google-Übersetzer zurück ins Niederländische oder Britische zu übersetzen?

  2. […] diesem Satz ist mal gar nichts einzuwenden, bis auf die Tragik desselben. Ich vermute, das Sterben war tödlich? Seit dem habe mich auf der Suche nach seinen engen Verwandten bei der deutschen Botschaft hier in […]

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