Ralph Siegel als schlechter Verlierer und schlechter Wahrsager

Lena hat gewonnen, wird vermutlich Bundespräsidentin und in den nächsten sechzig Jahren Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten und dabei mindestens siebzig Mal gewinnen. Fast noch unterhaltsamer als Serbiens Sänger und Hollands Melodie waren die Kommentare von Ralph Siegel vor und nach dem Event.
Profivermarkter, Songschreiber, Entertainment-Gott und Stimmenimitator Oppa „The Voice“ Eumel wurde daher als Profi reaktiviert, um das Interview, das Ralph Siegel der SZ gab, zu kommentieren:


Zur Teilnahme am ESC: „Aber ich möchte da gern noch mitmischen. Sonst werden wieder nur Amateure geholt, die nicht wissen, wie es geht.“
Wie Ralph Siegel mit Flügelchen auf dem Rücken (Weißrussland), androgynem Gesicht (Serbien), blauem Lidschatten (Moldau) und schwarzer Latexhose (Rumänien) ausgesehen hätte, möchte ich mir nicht vorstellen. Muss ich ja auch nicht. Waren ja schließlich Amateure. 😉

Lena beim ESC: „Warten Sie mal ab. Es ist ein Riesenunterschied, ob ich ein paar Wochen lang bei einer ProSieben-Sendung gewinne, wo ein paar tausend Facebook-Kids anrufen, oder ob ich auf einer internationalen Bühne beim Grand Prix stehe. Der Grand Prix ist die Weltmeisterschaft der Musik, das ist eine ganz andere Nummer. „
Ich mag mich täuschen, aber da hat jemand die Entwicklung der letzten Jahre hinsichtlich Zielgruppenangebot und -nachfrage ein wenig ignoriert.

Zu Raab als Entertainer: „Dafür, dass er seit zehn Jahren vier Sendungen pro Woche hat, ist nicht viel rausgekommen: Ein bisschen Maschen-Draht-Zaun, ein bisschen Guildo Horn, ein bisschen Stefanie Heinzmann. Raab ist ein toller Entertainer, aber beim Grand Prix ist er eben nur Fünfter, Achter und Zwölfter geworden.“
Das, was Raab in Sachen Entertainment in den letzten Jahren abgeliefert hat, macht ihn zum Weltmeister seines Faches. Der Mann macht aus Scheiße Gold. Schlag den Raab, Wok-WM, Turmspringen etc. sind erfolgreichstes Zielgruppenfernsehen. Dass er als Nicht-Komponist bei drei Teilnahmen als schlechtestes Resultat Platz zwölf erzielt hat, ist schon ne Leistung. Wikipedia sagt, Herr Siegel habe zwanzig Mal teilgenommen. Platzierungen: 1×1, 3×2, 2×3, 2×4, 2×5-10, 8×11-19, 2x schlechter.

Zu Lena: „Ach, wissen Sie, das Lied ist nett, das Mädchen süß, leider trifft sie selten den Ton. Dem Dilettantismus sind keine Grenzen mehr gesetzt. „
Dass bei 20 Teilnahmen auch nicht so ganz überragende Nummern von ihm dabei waren, die aus meiner Sicht von vornherein zum Scheitern verurteilt waren, liegt nahe. Die fünf letzten von ihm ins Rennen geschickten Titel waren allesamt englischsprachig und erzielten die Plätze 21, 12, 12, 17 und Vorrunden-Aus.

„Man sieht, dass man heute selbst mit einem kleinen markanten, süßen Stimmchen die Welt erobern kann.“
Jo, genau wie 1982, als Nicole gewonnen hat. Also hat sich doch nicht allzuviel geändert.

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