I survived Primark on Brückentag

Zur Info: Primark ist ein neues Geschäft in der Essener Innenstadt und verkauft Kleidung.
Vor langer, langer Zeit, da war ein stolzer, dicker Papi und eine schlaue Mami. Die hatten ein ganz zauberhaftes Kindelein, das förmlich über nacht eine Kleidergröße zulegte. Schnell waren sich Mami und Papi einig: da muss was Neues her. Wie hieß dieser neue Laden? Primark! Prima. Schnell hin. Ärgerlicherweise gab es siebzehn Mio. Ruhrgebietler, die offenbar ein Kind mit gleichem Probleme hatten und auch nach Primark pilgerten. Auf dem Weg zwischen Parkhaus und Geschäft watete Familie Siegel auf einem Teppich von endlos vielen Primark-Tüten. Toll, dann sind DIE ja alle schon mal raus. Der Versuch, das Geschäft, ich korrigiere, den Vorhof zur Hölle mit einem Kinderwagen zu betreten, scheitert. Auch ein dünnerer Papi ohne Mami und Kind hätte Mühe gehabt, den Klimawechsel zu überleben. Halten wir halt die Luft an und rein da! Verantwortlich für den Klimawechsel sind Leute. Viele davon.

Geschmeidiges Pflaster, denn man wandert über Kleidung, die auf dem Boden liegt und kämpft sich zwischen unattraktiven Halbnackten, die sich mitten im Gang umziehen, hindurch. Habe ich das Portal ins Esprit-Lager verpasst? Nein. Papi hat ne tolle Idee: „In der vierten Etage, also ganz ganz oben, können nicht so viele Leute sein wie hier unten.“ Die Reise mit der Klimazone Aufzug erweist sich atemtechnisch als noch größere Herausforderung. Angekommen in der vierten Etage stellt Papi fest, dass er Recht hatte. Hier sind nämlich noch mehr Leute, viel mehr noch mehr! Beim Betreten der Etage steht man direkt an der Kassenschlange, nicht unpraktisch, aber die Kasse ist weit weg, 50 Meter, also zwei Klimazonen. Naja, so lange sie n dünnen Schlafsack in 62 haben, ist der Aufwand es wert. Durchsage: „Eine Reinigungskraft in die 1. Etage zu den Umkleiden.“ Verkäuferin zu etwas, das man Kunde nennen könnte: „Sie dürfen hier nicht sitzen und sich umziehen. Und die Sachen auch nicht hier so liegen lassen. Und …“ Wir werden weiter geschoben. Ich spitze die Giftpfeile vorne am Kinderwagen. Andere Verkäuferin: „Dünne Schlafsäcke? Alle weg! Hammer bestellt.“
Papi zuckt kurz, seine letzten Worte: „Lasst mich zurück.“ Mami reanimiert ihn und mit dem letzten Atemzug krabbeln sie in die Sonne und erfreuen sich an Sauerstoff. Gott, tut das gut. Auch der fixe Verkäufer mit den Shirts „I survived Primax on Brückentag“ schaut mitleidig den dicken Papi an und sagt „Habbi nimma. Habbi bestellt. Kommsu verkaufsoffenen Sonntag wieder.“
Bis auf „Lass mich zurück“ ,den Shirt-Verkäufer und die Giftpfeile stimmt alles.

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